
100 Jahre Hollywood
Eva Helfrich
Alles begann mit einer Gruppe junger mittel- und osteuropäischer Wirtschaftsflüchtlinge. Ende des 19. Jahrhunderts trudelten sie im überfüllten Hafen New Yorks ein. Froh darüber, einfach nur weit weg von „Zuhause“ zu sein. Zwei Jahrzehnte später erfanden sie Hollywood: das Studiosystem, die Stars, das Happy End und die Bilder zum amerikanischen Traum. Wie ihnen das gelang? Erfahren Sie im Jüdischen Museum.
The (Jewish) American Dream
Unter den Flüchtlingen: Adolph Zukor (Paramount) und William Fox aus Ungarn, die Warner Brothers aus Polen, Louis B. Mayer aus Weißrussland (MGM) und Carl Laemmle (Universal) aus Süddeutschland. Allesamt junge Männer jüdischen Glaubens, die in den USA ein besseres Leben suchten. Wie schafften sie es, nicht nur eine ganze Industrie, sondern auch den amerikanischen Mythos neu zu erfinden? Die Ausstellung begibt sich auf Spurensuche in eine der spannendsten globalen Kulturgeschichten.
Von der Synagoge in den Country-Club
Die Besucher werden hinter die Kulissen der Mythenmaschine geführt – von Osteuropa an die „Westcoast“. Von der Synagoge zum berühmten Country-Club. Vom Stummfilm über den Tonfilm bis nach New Hollywood. Von der versteckten jüdischen Identität zum jüdischen „Coming Out“ von Woody Allen oder Barbra Streisand. Bigger Than Life zeigt bis 15. April, was sich viele im Stillen fragen: wie hat Hollywood die Ankunft der österreichischen und deutschen Flüchtlinge in den 1930er Jahren, der „goldenen Ära“, gedeutet? Die Ausstellung analysiert die anfangs zögerliche Anti-Nazi-Propaganda und die unterschiedlichen Versuche, die Hollywood und seine Produzenten im Laufe der Jahrzehnte unternahmen, um das Unfassbare des Holocaust fassbar zu machen.
Casablanca, Easy Rider, Inglourious Basterds
Zu sehen sind Ausschnitte wesentlicher Filme, riesige, nie gezeigte Filmplakate und überraschende Original-Exponate aus Europa, New York und Los Angeles: Von einer silbernen Zigarrenbox des Paramount-Gründers (und Kettenrauchers) Adolph Zukor über einen Sessel aus Rick’s Café aus Casablanca bis hin zu Kostüm- und Architekturentwürfen für Vom Winde verweht. Eine Harley Davidson, wie sie Peter Fonda in Easy Rider fuhr, eröffnet die Welt von New Hollywood. Und der Baseballschläger des “Bärenjuden”, eine jüdische Angriffswaffe aus Quentin Tarantinos Inglourious Basterds deutet schließlich an, dass der Blick auf die jüdische Identitäten in Hollywoods Filmen im ständigen Wandel begriffen ist.
19
Okt 11
15
Apr 12
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