
Ex-Rocker auf Abwegen
Wo ist nur die Zeit hin? Früher war Cheyenne ein gefeierter Rockstar, jetzt kräht kein Hahn mehr nach ihm. Er lebt zurückgezogen mit seiner Frau bei Dublin und fadisiert sich auf exzentrische Weise. Zum Zeitvertreib spielt man Squash im leeren Pool, und pflegt das Goth-Image mit toupierten Haaren und rotem Lippenstift. Plötzlich stirbt Cheyennes Vater, mit dem er 30 Jahre lang keinen Kontakt hatte. Notgedrungen überwindet er seine Flugangst und fliegt in die alte Heimat Amerika. Was weiß er eigentlich über seinen alten Herren? Nicht viel, muss er zugeben. Er überlebte Auschwitz und war zeitlebens auf der Suche nach einem ganz bestimmten Nazi-Peiniger. Diese Suche setzt Cheyenne fort, und begibt sich in die hintersten Ecken Amerikas. Findet er den Feind des Vaters? Was erlebt er unterwegs? Und was macht er, wenn er vor ihm steht? Die Antworten auf all diese Fragen gibt’s ab 6. Jänner im Kino.
Cast und Crew
Sean Penn brilliert als herrlich exzentrischer Ex-Rockstar Cheyenne. Und amüsiert sein Publikum als weichgespülter Rock-Softie. Die Herzensdame, die alle Marotten mitmacht, mimt Frances McDormand. Sie kennen die Charakterdarstellerin als nervöse Mutter aus „Almost Famous“ und zynisch-lustige Schwester von Diane Keaton in „Was das Herz begehrt“. Den Soundtrack zu „Cheyenne“ komponierte übrigens David Byrne von den Talking Heads. Außerdem sehen Sie ihn in einer Cameo-Rolle während Cheyennes philosophischer Suche nach dem Fremden und sich selbst.
Der Film spielt zwar in den USA. Die Crew hinter der Kamera ist allerdings durch und durch italienisch. Regisseur Paolo Sorrentino („Il Divo“) holte die Kollegen Christiano Travaglioli, Luca Bigazzi und Umberto Contarello dazu. Das italienische Grüppchen erschuf einen amüsanten und nachdenklichen Film. Und die Kritiker lieben ihn. Das liegt freilich auch an den begnadeten Hauptdarstellern. Absolut sehenswert!

