
Der Drei-Millionen-Mann
Drei Millionen. So viele Bücher hat Daniel Glattauer mittlerweile verkauft. Und während Sie diese Zeilen lesen, werden es vermutlich im Minutentakt mehr. Glattauer, aufgewachsen in einem Arbeiterviertel im Süden Wiens, ist heute 51 und der erfolgreichste Schriftsteller des Landes.
Portrait eines entspannten Bestsellerautors
Der Doktor der Pädagogik arbeitete für drei Jahre bei der „Presse“, bevor er schließlich zum „Standard“ wechselte. Fast zwei Jahrzehnte lang war er Journalist, hat Gerichtsreportagen verfasst und Seite-Eins-Kolumnen geschrieben. Nebenbei hat er die Wochenenden zum Bücherschreiben genutzt, was 2006 zum literarischen Durchbruch führte. Mit seinen E-Mail-Romanen "Gut gegen Nordwind" und "Alle sieben Wellen" hat er die Bestsellerlisten aufgeräumt. Besonders gut haben sich seine Bücher auf der iberischen Halbinsel verkauft. Aber auch in weniger heißblütigen Regionen der Welt liebt man sie: Vietnam, Indonesien, China, Estland und Korea haben ein „Daumen hoch“ übrig für Daniel. Über seinen Erfolg sagt dieser sehr entspannte Bestsellerautor, dass er eigentlich nie einen E-Mail-Roman hatte schreiben wollen. Daniel Glattauer eilt der Ruf voraus, ein Frauenversteher zu sein. Seit zwei Wochen ist sein neuer Roman in den Buchhandlungen. Mit „Ewig Dein“ beweist er einmal mehr, dass er eigentlich eher ein guter Beobachter und Zuhörer ist, der sich so seine Gedanken über die Menschheit macht.
Knackwurst-Carpaccio am Weltverdauungstag
Und das muss man ja können als Journalist, vor allem wenn man sich in der Königsklasse der Kolumnenschreiber bewegt. Sein Buch „Mama, jetzt nicht!“ fasst die lustigsten Beobachtungen aus seinem Alltag zusammen: von zeitgenössischen kulinarischen Phänomenen wie dem „Knackwurst-Carpaccio“ über unterschätzte feierliche Anlässe wie den „Weltverdauungstag“ bis hin zu den Tücken des öffentlichen Privatlebens im Handyzeitalter („Sonja macht Schluss“). Messerscharfe Analysen treffen auf feine Ironie und einen Humor zum Liebhaben. Daniel Glattauer wirkt so gar nicht inszeniert. Trifft man ihn, hat man das Gefühl, einem tief zufriedenen, glücklichen Menschen gegenüberzustehen, der mit sich im Reinen ist. Solche Menschen trifft man nicht oft. Mit 25 lernte er seine Frau Lisi kennen, mit der er bis heute ein zusammen ist. Zwischen 17 und 19 habe ihm sein großer Bruder Niki, ebenfalls Autor, immer die Freundinnen ausgespannt, deckt er in „Willkommen Österreich“ auf. „Ich hab die Frauen immer verstanden, Niki hat sie abgeschleppt“, erzählt er Stermann und Grissemann lachend. Dafür sehen ihn die Frauen heute weltweit als das, was er wirklich ist: Ein "Fremdmenschenmöger", wie er selbst sagt; ein charismatischer, positiver Mensch. Und ein verdammt guter Autor.

