Achtung, hier wird geheim gegessen!

Den Appetit darf man sich woanders holen - aber gegessen wird zuhause! Was nach dem unausgesprochenen Gesetz einer langjährigen Ehe klingt, dreht sich in diesem Fall tatsächlich um  kulinarische Sünden. Denn immer mehr Wiener werden zu „Fremdessern“. Secret Dining nennen die Medien das innovative Küchenkonzept. Von Guerilla Cooking sprechen all jene, die selbst schon heimlich vorm Herd standen.



The Dining Room



Allein zu Hause speisen ist deprimierend, im Restaurant gibt’s auch immer die gleichen Klassiker. Warum sich also nicht im privaten Rahmen von völlig Fremden bekochen lassen? Ganz geheim, ein bisschen am Gesetz vorbei und vor allem ziemlich angesagt ist das. In New York entstanden 2004 die ersten Secret Dining Rooms, der Trend wurde in London aufgegriffen und landete schließlich in Wien. Zum Beispiel im 13. Bezirk. Angelika Apfelthaler eröffnete Österreichs ersten „Dining Room“, der mit einem gewöhnlichen Restaurantbetrieb nur wenig gemein hat. Apfelthaler bekocht in ihrem Privathaus im 13. Bezirk (ganz legal) an drei Abenden die Woche ein gutes Dutzend Menschen. Die 6-gängigen Menüs werden jede zweite Woche neu komponiert.



Home is where the Herd is

Gekocht werden Schmankerl wie das „Gewürzgebeizte Rindscarpaccio mit Oliven-Pflaumen-Tapendade und frisch gepresstem Olivenöl aus Montecchiello“ in der privaten Küche, das Wohnzimmer durchläuft eine Metamorphose zum Speisesaal. Nur nebenbei: das amerikanische Reisemagazin Travel + Leisure wählte den Dining Room unter die zehn besten Secret Dining Clubs der Welt. Wer bereits einmal in den Genuss eines geheimen Essens gekommen ist, schätzt vor allem die persönliche Atmosphäre. Man darf der Küchenchefin über die Schulter schauen und gleich um das Rezept betteln. Um mit den Behörden keinen Krieg zu beginnen, nennen die meisten Geheimköche ihre Restaurants „Clubs“, die Bezahlung erfolgt in Form einer „Spende“ und den Alkohol bringen die Gäste selbst mit.



Weitere geheime Hotspots für ein besonderes Dinner:



Die Drahtwarenhandlung

... heißt das Büro, das am Wochenende zum Lokal wird. Die drei Köche wechseln sich regelmäßig ab. Peterseil ist bekannt für herzhafte Hausmannskost, Popper gilt als Suppenkönig und Landsiedl experimentiert gern.

Neustiftgasse 57-59

1070 Wien
T: +43-1-526 55 26

www.drahtwarenhandlung.at

Fr. und Sa. ab 18 Uhr
3-Gänge-Menüs ab ca. € 16,-.


Eschi Fiege

... bietet unter http://eschifiege.com/cook/private/private.html private Dinner bei sich zu Hause an. Zusatzangebot: Secret Dinner an geheimen Orten, Outdoor Cooking, wo immer man möchte, und Home Cooking. Preise und Menüs auf Anfrage.


T: +43-6991-31 69 40

E: e.fiege@gmx.at



Open House

Elisabeth Lamprecht aus Wr. Neustadt bietet Bio-Dinnerabende an ihrem Wohnzimmer-Esstisch für max. zehn Personen an.
Spende erwünscht, Getränke können selbst mitgebracht werden.
E: 
elisabeth.lamprecht@aon.at



The Dining Room

Maygasse 31

1130 Wien
T: +43-1-804 85 86

E: info@thediningroom.at

www.theDiningRoom.at

Mi., Fr., Sa. ab 19 Uhr

6-Gänge-Menüs um € 48,-

Wer die leckeren Kreationen nachkochen und die Geschichte des Heim-Restaurants nachlesen möchte: „THE DINING ROOM - Ein Haus, ein Traum, ein Restaurant“ gibt’s etwa auf Amazon um  € 29,90,-.






michael.nichtler-strap@repromedia.at