
Urs Fischer
Zehen, die unter einem Laib Brot hervorlugen. Finger, die aus der Decke herauskommen. Möbel, deren Schatten an die Wand gemalt sind. Urs Fischer mag es gerne ungewöhnlich. Nicht nur was seine Tattoos betrifft. Die Welt des Schweizer Künstlers ist voll von Dingen, die im richtigen Leben nie und nimmer gemeinsam daherkommen würden. Ein überdimensionaler kanariengelber Teddybär unter einer Schreibtischlampe etwa. Oder Bäume mit Blättern aus Farbkopien.
Styropor, Spiegelglas und Leim
Er stellt verfaultes Plastikobst zur Schau, baut Ziegelwände auf Erdäpfel, lässt Gegenstände fliegen und schafft aus abgebrannten Kerzen monumentale Skulpturen. Dabei greift er auf unkonventionelle Materialien wie Styropor, Spiegelglas und Leim zurück. Um Effekthascherei oder kunsthistorische Querverweise geht es ihm nicht. Sein Schaffen ist vielmehr eine perfekte Synthese für sein Pendeln zischen Lebensfreude und Schaffenswut, Kunsttraditionen und Popkultur, Spontaneität und Hightech.
Hoch dekorierter Künstler
Urs Fischer ist ein Senkrechtstarter. Der 36-jährige Schweizer Künstler mit Wohnsitz in New York feiert mit seinen Zeichnungen, Objekten und Installationen seit Jahren internationale Erfolge. Fischer erhält hochkarätige internationale Ausstellungsmöglichkeiten und verfügt über beachtliche Produktionsbudgets, die es ihm auch erlauben, haushohe Skulpturen anzufertigen. Was man auf den ersten Blick nicht vermutet: Seine Arbeiten sind immer das Endprodukt aufwendiger handwerklicher und hochtechnologischer Prozesse. Er setzt auf multimediale Kunst, die trotz seiner Fotografenausbildung zutiefst in der Skulptur verankert ist.
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